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Gilt die 7 % Rentensteuer für die Toskana?

  • Autorenbild: Dr. Raffaele Palmieri
    Dr. Raffaele Palmieri
  • 4. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Gilt die 7 % Rentensteuer für die Toskana? Kurz gesagt: Nein. Die italienische Pauschalbesteuerung von 7% auf ausländische Renten gilt nicht für die Toskana. Diese Steuervergünstigung ist gesetzlich auf bestimmte Regionen Süditaliens beschränkt. Wer als Rentner in die Toskana zieht, kann sie nicht in Anspruch nehmen — unabhängig von Nationalität oder Rentenhöhe.

Was tatsächlich gilt, welche Alternativen es gibt und worauf deutsche Rentner bei einem Zuzug in die Toskana achten müssen: diese Fragen beantwortet dieser Artikel.


collina toscana

Was ist die 7%-Steuer für Rentner?

Die sogenannte Flat Tax für Rentner ist in Art. 24-ter des italienischen Einkommensteuergesetzes (TUIR) geregelt. Sie sieht eine pauschale Besteuerung von 7 % auf ausländische Einkünfte für einen Zeitraum von bis zu neun Jahren vor.

Das Ziel dieser Regelung: strukturschwache Regionen Süditaliens sollen durch den Zuzug kaufkräftiger ausländischer Rentner belebt werden. Die Steuerersparnis gegenüber den normalen italienischen Steuersätzen (bis zu 43%) kann erheblich sein.


Wer kann die Flat Tax beantragen?

Um von der 7%-Regel zu profitieren, müssen folgende Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • Der Rentner bezieht eine Rente aus dem Ausland (z.B. eine deutsche gesetzliche Rente oder Betriebsrente).

  • Er hat in den letzten fünf Jahren keinen Wohnsitz in Italien gehabt.

  • Er verlegt seinen steuerlichen Wohnsitz in eine der begünstigten Gemeinden.


In welchen Regionen gilt die Regel?

Die Flat Tax gilt ausschließlich für Gemeinden mit weniger als 30.000 Einwohnern (nach den jeweils geltenden ISTAT-Daten) in folgenden Regionen:

  • Sizilien

  • Sardinien

  • Kalabrien

  • Kampanien

  • Basilikata

  • Abruzzen

  • Molise

  • Apulien

Das sind ausnahmslos Regionen Süditaliens und der Inseln. Die Toskana gehört nicht dazu.


Warum gilt die 7%-Rentensteuer nicht für die Toskana?

Die Toskana liegt in Mittelitalien. Das Gesetz sieht eine Anwendung ausschließlich für Süditalien und die großen Inseln vor. Diese geografische Einschränkung ist kein Zufall: Die Regelung wurde als Wirtschaftsfördermaßnahme für strukturschwache Gebiete eingeführt, nicht als allgemeines Steuerangebot für Rentner in ganz Italien.

Florenz, Siena, Lucca, Arezzo, die Küste der Maremma oder das Chianti-Gebiet — keine einzige Gemeinde der Toskana ist nach Art. 24-ter TUIR begünstigt. Wer dort seinen Wohnsitz anmeldet, fällt unter das normale italienische Steuerrecht.

Das bedeutet: Wer als deutscher Rentner in die Toskana zieht und auf die 7%-Regelung zählt, wird eine unangenehme Überraschung erleben. Dieser Irrtum ist häufig, weil die Regelung in deutschsprachigen Medien oft vereinfacht als "Flat Tax für Rentner in Italien" dargestellt wird — ohne die geografische Einschränkung klar zu benennen.


Rente in der Toskana versteuern: Was gilt wirklich?

Wer als deutscher Rentner in die Toskana zieht, wird steuerlich nach den allgemeinen Regeln behandelt. Dabei sind drei Punkte entscheidend.

1. Das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland–Italien

Das deutsch-italienische Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) regelt, wo Renteneinnahmen besteuert werden. Die wichtigste Unterscheidung:

  • Gesetzliche Rente (Deutsche Rentenversicherung) und Beamtenpension: Welche Renteneinkünfte in Deutschland oder Italien besteuert werden, richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Staaten. Insbesondere bei gesetzlichen Renten ist eine individuelle Prüfung erforderlich.

  • Private Renten, Betriebsrenten, Riester- oder Rürup-Renten: Diese können in Italien steuerpflichtig sein, wenn dort der steuerliche Wohnsitz liegt.

Für viele deutsche Rentner in der Toskana bedeutet das: Die Hauptrente wird weiterhin in Deutschland versteuert, und Italien hat nur bei zusätzlichen privaten oder betrieblichen Renten Zugriff. Das muss im Einzelfall geprüft werden.

2. Das Regime für neue Steueransässige (Regìme dei Nuovi Residenti)

Wer über ein sehr hohes Vermögen oder erhebliche ausländische Einkünfte verfügt, kann in Italien das sogenannte "Regime dei Nuovi Residenti" beantragen. Dieses sieht eine jährliche Pauschalsteuer von 300.000 Euro auf ausländische Einkünfte vor, für die die Pauschalbesteuerung gewählt wird  — unabhängig von deren tatsächlicher Höhe.

Dieses Regime gilt für die gesamte Toskana und ganz Italien. Es ist jedoch für Rentner mit normalem Einkommen in der Regel nicht sinnvoll: Der Pauschalbetrag von 300.000 Euro lohnt sich erst ab sehr hohen ausländischen Einkünften.

3. Die normale italienische Einkommensteuer (IRPEF)

Wer weder unter das DBA-Privileg noch unter das Regime für neue Steueransässige fällt und in Italien steuerpflichtige Einkünfte bezieht, zahlt die reguläre Einkommensteuer IRPEF. Der Steuersatz ist progressiv und liegt je nach Einkommen zwischen 23% und 43%. Dazu kommen regionale und kommunale Zuschläge.


Steuervorteile Toskana Rentner: Was ist realistisch?

Eine spezifische Steuervergünstigung für Rentner gibt es in der Toskana nicht. Was jedoch möglich ist:

  • Steueroptimierung über das DBA: Wenn die gesetzliche Rente in Deutschland bleibt und korrekt versteuert wird, kann sich ergeben, dass diese Einkünfte in Italien ganz oder teilweise von der Besteuerung freigestellt werden bzw. eine Doppelbesteuerung vermieden wird.

  • Nutzung von Freibeträgen und Abzügen: Auch in Italien gibt es steuerliche Abzüge, etwa für Gesundheitskosten, Wohnungsmiete oder Energiesanierungen.

  • Wohnsitzgestaltung: Wer vor dem Zuzug nach Italien noch nie dort ansässig war, kann das Regime dei Nuovi Residenti in Anspruch nehmen, sofern die finanziellen Voraussetzungen es rechtfertigen.

Die Planung muss individuell erfolgen.


FAQ: Häufige Fragen zur Rentensteuer in der Toskana


Kann ich die 7%-Flat Tax beantragen, wenn ich in der Toskana lebe?Nein. Die Flat Tax nach Art. 24-ter TUIR gilt ausschließlich für Gemeinden in Süditalien und auf den großen Inseln mit weniger als 30.000 Einwohnern. Die Toskana ist von dieser Regelung ausdrücklich ausgeschlossen.


Wo in Italien gilt die 7%-Rentensteuer?In begünstigten Gemeinden (unter 30.000 Einwohner) in Sizilien, Sardinien, Kalabrien, Kampanien, Basilikata, Abruzzen, Molise und Apulien.


Muss ich meine deutsche Rente in Italien versteuern?Ob eine deutsche Rente in Deutschland oder Italien besteuert wird, richtet sich nach dem Doppelbesteuerungsabkommen sowie nach der jeweiligen Rentenart. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich.


Was ist das Regime dei Nuovi Residenti und gilt es für die Toskana?Ja, es gilt für ganz Italien. Es sieht eine Jahrespauschale von 300.000 Euro auf alle ausländischen Einkünfte vor und richtet sich an sehr vermögende Zuzügler. Für Standardrentner ist es in der Regel nicht wirtschaftlich.


Lohnt sich der Zuzug in die Toskana für Rentner steuerlich?Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach Rentenart und persönlicher Situation kann die Gesamtsteuerbelastung in Italien höher oder niedriger ausfallen als in Deutschland. Eine individuelle Beratung ist unerlässlich.


Gibt es Steuerberater, die auf den Zuzug von Deutschen in die Toskana spezialisiert sind?Ja. Steuerberatung Toskana ist auf die steuerliche Beratung deutschsprachiger Mandanten mit Wohnsitz oder Investitionen in der Toskana spezialisiert. Wir beraten Sie auf Deutsch und begleiten Sie bei allen steuerlichen Fragen rund um den Zuzug nach Italien.

 

 Persönlich beraten lassen

Die steuerliche Situation beim Zuzug nach Italien ist individuell und hängt von vielen Faktoren ab: der Art Ihrer Rente, Ihren weiteren Einkünften, Ihrem Vermögen und Ihrer bisherigen steuerlichen Geschichte in Deutschland und Italien.

Unsere Kanzlei berät deutschsprachige Rentner, Expats und Investoren zu steuerlichen Fragen in Italien – mit besonderem Schwerpunkt auf der Toskana.


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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung.

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